~kyoto.Protokoll~

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"Somewhere over the rainbow Way up high There´s a land that I heard of Once in a lullaby..."

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Blog.Roman

Dienstag, 15.09.2009; Tokyo, Flos Appartement; 19:04 Ortszeit
Guten Abend.
Endlich mal ein Eintrag der sich wirklich lohnt, denn seit Samstag Vormittag ist eine Menge passiert. Und er wird lang. Nur zur Vorwarnung.
Den Samstag Nachmittag verbrachte ich mit Zhenya in Kyoubashi. Da es nicht nur in Kyoto sondern auch in Osaka regnete ging es von einem Café ins nächste. Denn: Wenn es in Japan mal anfängt zu regnen hört es für gewöhnlich auch erst am nächsten Tag wieder auf. Zwei Stunden Regen und danach Sonnenschein wie in Berlin gibt es hier nicht.
Unser zweites Café war eigentlich ein Restaurant. Super gemütlich. “Urig” ist wohl das richtige Wort. Nur fünf Tische, die Wände voller Regale, gefüllt mit Mangas. Und sehr sehr leckeres, billiges Essen. Für mich gab es Katsu-curry, für Zhenya Chicken-Katsu-Curry (Frittiertes Rind- bzw. Hühnchenfleisch, Reis und japanisches Curry. Und das japanische Frittierzeugs ist viel leckerer als das deutsch!)
Dazu leckeren Kaffee. Zwei Stunden später dann, auf dem Weg ins nächste Café haben wir in einem Buchladen einen Zwischenstop eingelegt und es kam zu einer kurzen Konversation mit dem Verkäufer:
Er (zu Zhenya): “Ihr Japanisch ist aber gut/schön.”
Zhenya: “Nein nein, gar nicht.”
Er: “Doch doch. (...) Ich bin jedes Mal nervös wenn Ausländer in den Laden kommen, ich kann kein Englisch.” (Welche Überraschung -_-°)
Zhenya: “Es gibt auch Ausländer die Japanisch sprechen.”
Er: “(...) Woher kommen Sie denn.”
Zhenya: “Aus der Schweiz.”
Ich: “Aus Deutschland”
Achtung, jetzt kommts:
Er: “Welche Sprache spricht man denn in der Schweiz?” -_-
Super Sache. Diese Japaner. Da Zhenya aber auch schon gefragt wurde wo die Schweiz eigentlich liegt sollte ich mich vielleicht nicht so aufregen. Aber trotzdem. Manchmal kommt einem Japan noch so isoliert vor, dass man sich nicht vorstellen kann, dass es zu den G8 gehört.
Der nächste Stop war ein “italienisches” Café/Restaurant namens “La Pausa”. Zhenya war dort schon öfters nur Kaffee trinken aber plötzlich hieß es:
“Sie müssen auch etwas zu essen besstellen.”
Also bestellt sich Zhenya was zu essen. Es folgte eine kurze Unterredung der Kellner, dann Auftritt der Zweite:
“Sie sind aber zu zweit, sie müssen beide etwas bestellen.”
Wir also beide die Augen verdreht, auf Deutsch geflucht und ich habe mit auch eine Kleinigkeit bestellt.
Jetzt sollte man ja hoffen dass wenigstens der bestellte heiße Zitronentee lecker war, aber nein: Es war quasi Schwarztee mit einer Zitronenscheibe... -_-°
Wir sind ziemlich schnell geflüchtet. Im nächsten Café saßen wir dann bis ich zurück zum Kyoubashi Bahnhof musste, um meinen Zug zu kriegen. Um 23:06 stand ich dann auch im Ltd. Express. Und mir gings echt scheiße. Ich weiß nicht wieso aber ich hatte wirklich Panik gleich umzukippen. Nach zwanzig Minuten konnte ich mich zum Glück hinsetzen und es ging ein bisschen besser. Bis Shiji-Jo hatte ich mich soweit zusammengerafft das ich wenigstens aussteigen konnte um dort auf den Lokal zu warten, der mich bis zu meiner Station bringt (Kyomizu-gojo). Und während ich dort saß fuhr auf dem gegenüberliegendem Gleis ein Zug ein. Ich gucke und was sehe ich: Vier Typen in einem Abteil, drei Hosts und ein “normaler” Typ, und alle klebten förmlich am Fenster und starrten mich an. Ich guck weg (und zwar nach unten weil ich mir überlegte einfach auf dem Bahnhof zu übernachten, ich fühlte mich nicht in der Lage mich nach Hause zu schleppen.) Gucke wieder hoch. Gleiches Bild. Sie starrten wirklich konstant zu mir, bis der Zug endlich wieder losfuhr, und dann verdrehten sie die Köpfe um so lange wie möglich hinterherzugucken.
Was war das denn bitte? Ich meine okay, mir gings scheiße, ich sah wahrscheinlich auch scheiße aus, aber das ist ja nun wirklich kein Grund mich zwei Minuten anzuglotzen als wäre ich das achte Weltwunder, also wirklich! Ich war völlig verstört. Scheiß Japaner!
Sonntag (13.09.09):
Ich bin morgens aufgewacht und hab erstmal angefangen alles zu packen. Ich hab ja gehofft dass ich nur meinen Rucksack und meine Handtasche mit nach Tokyo nehmen muss und meinen Koffer dort lassen kann, immerhin komme ich ja in einer Woche wieder.
Aber nein. “We have no space for luggage.” Idiot!
Also musste ich alles umpacken. Ich hab dann auch alles in meinen Koffer gekriegt, aber er war höllisch schwer. Wenigstens konnte ich ihn eine Stunde dort lassen, denn ich musste ja noch das Packet zu Post bingen. Ich also mit dem 5 Kilo schweren Teil auf zum Bahnhof (per U-Bahn). Dort ins Central Post Office und es kam zu folgender Konversation auf JAPANISCH:
Ich: “Das Packet soll bis nach Deutschland bitte.”
Postmensch: “Bis nach Deutschland. Da brauchen Sie dieses Formular...”
Ich: (zieh es aus der Tasche): “Ja hab ich schon, bitte sehr.”
Er: “Ah ja, das ist es, danke.” (Schaut es sich an) “Sie wollen das per Schiff verschicken? Das dauert einen Monat”
Ich: “Das ist schon in Ordnung.”
Er: “Alles klar.”
Er macht also alles fertig und als ich bezahlen muss sagt er: “Fourthousand Yen please.”
O.O
Japaner... Also wirklich! Mir fällt dazu nichts mehr ein. Redet auf japanisch mit mir, merkt dass ich ihn verstehe, dass ich auch antworten kann und sag mir auf Englisch was es kostet.
*argh*
Um 12 war ich wieder im Appartement-Haus und hab meinen Koffer abgeholt. Irgendwie muss zu diesem Zeitpunkt mein Gehirn ausgesetzt haben, denn: Ich zog meinen bestimmt 30 Kilo schweren Koffer 2,5 Kilometer zum Bahnhof. In Stöckelschuhe. Irgendwie macht mich dieses Land wuschig.
Am Bahnhof waren dann auch noch alle großen Schließfächer belegt. Da ich keine Wahl hatte, wartete ich dass eines frei wird. Und als hätte irgendeine japanische Gottheit gespürt dass ich kurz davor bin dieses Land ernsthaft zu hassen und seine Einwohner allesamt zu verachten schickte sie mir Hilfe: Ein freundlicher Japaner, der erst auch mit einem großen Koffer ankam und dann notgedrungen wieder abzog. Kurz darauf kam er wieder, und als er mich dort immer noch auf meinem Koffer sitzen sah sprach er mich in fließendem und überraschend akzentfreien Englisch an und brachte mich dann in einen Luggageraum. Dort muss man seinen Koffer zwar bis 20 uhr wieder abholen, aber hey, wenigstens war ich ihn erstmal los. Das ist so die typische japanische Freundlichkeit wegen der Touristen dieses Land so lieben.
Vom Bahnhof gings dann ins Starbucks an der Sanjo. Ich saß auf der Terasse und genoß wie immer den Blick auf die Brücke und den Fluß.
Heute war auch noch Markt am Flußufer mit einer Bühne. Ich habs leider von der Terasse aus nicht sehen können, aber nachdem erst eine Stunde lang mehr oder weniger gute (japanische) Lieder zum besten gegeben wurden gab es noch ein japanisches Trinklied. Zum schreien komisch. Danach eine Weile nichts und plötzlich: Bingo. Ohne Witz, die veranstalteten da wirklich ein Bingo-Spiel. Ich fühlte mich an eine deutsche Kaffeefahrt für Rentner erinnert.
Um 17 Uhr bin ich dann rüber zum Book Off, mir noch schnell “Liar Game 1" kaufen und dann stand da auch schon Zhenya. Wir haben uns in den Bus 5 gesetzt und sind rausgefahren zu unserer alten Schule. Seltsames Gefühl. Ich saß so oft in diesem Bus...
Grund für unsere Fahrt war allerdings nicht die Schule, die, wie mir Zhenya erzählte, mittlerweile eh in einem anderen Gebäude ist, sondern so ein Schnell-Chinese.
Quasi ein Imbiss nur halt als großes Restaurant und mit Bedienung... Ach keine Ahnung wie ich das Beschreiben soll. Jedenfalls ist das Essen lecker und billig (gewesen...)
Denn: “things change” (PI Lucas in “House M.D.).
Die Bedinungen waren unglaublich. Zwei Mädels, geschminkt als gehörten sie eigentlich in einen Hostessen-Club, behandelten alle Kunden als würden sie sie bei ihrer privaten Unterhaltung stören, “schmissen” das Essen quasi auf den Tisch und überhaupt. Es war schlimm. Sowas ist mir schon lange nicht passiert. Wir waren ein ganzes Jahr lang fast einmal die Woche dort, aber so was kam NIE vor. Und es wird auch nie wieder vorkommen denn: wir gehen da nicht mehr hin. Denn die Kellnerinnen waren nur der Anfang. Naja, eigentlich waren sie das Zweite was uns aufgeregt hat. Das Erste war die Tatsache, dass man jetzt in dem ganzen Lokal nicht mehr rauchen kann. Früher gab es einfach getrennte Bereiche. Und das Restaurant ist wirklich GROß. Fast Kantinen-mäßig.
Ein komplettes Nicht-Raucher Restaurant in Japan, dass ich das noch erlebe... *shocked*
Das dritte war dann das Essen: lange nicht mehr so lecker. Irgendwie pappig, billigere Zutaten, mehr Konservierungsstoffe und Glutamat, was weiß ich.
Völlig aufgebracht fuhren wir zurück zum Kyoto Bahnhof (ich musste ja bis um 20 Uhr meinen Koffer abholen... remember?)
Vor uns saß ein Typ, vielleicht... naja so 25, maximal, und: erste weiße Haare. Ich sag euch, sollte ich jemals Kinder haben werde ich sie nicht hier großziehen. Dieses Land ist krank! Aber eigentlich ist es kein Wunder das sie so früh weiße Haare kriegen, vermutlich haben sie auch alle Magengeschwüre. Japaner haben panische Angst vor Konflikten. Lieber sagen sie “Ja und Amen.” und fressen alles in sich hinein.
Am Bahnhof dann Erleichterung: Mittlerweile gab es freie Schließfächer. Ich dort also meinen Koffer untergebracht und dann saßen wir von 19:30 bis 20:45 in einem netten Café im Kyotoer Bahnhof, wo man rauchen konnte und freundlich bedient wurde.
Dort fiel mir dann auf das meine Tüte mit den Büchern nicht mehr in meiner Tasche war (Ich hatte sie extra eingepackt für die Busfahrt). Schock. Ich dachte ich hätte sie verloren, also sind wir rüber in den Buchladen (der lag wirklich direkt gegenüber vom Café) und ich hab mir noch schnell einen neuen Manga gekauft. Nennt sich “Extra Joker” und besteht praktischerweise auch nur aus einem Band.
Da sämtliche Geschäfte im Bahnhof um 21:00 Uhr zu machen sind wir dann die Shiji-jo langgeschlendert auf der Suche nach... na.... richtig! Einem Café.
Ganz am Ende, kurz vorm Fluß, wurden wir dann auch fündig und: es gehört definitiv zu den Top 3 in Japan (also zu meinen Persönlichen). Die hatten einen Kokosnuss-Kaffee... Der haut einen um. So lecker. Unglaublich. Ja, jedenfalls hat Zhenya tapfer mit mir bis 23:00 Uhr ausgeharrt. Dann ist sie in die Bahn nach Osaka und ich zurück zum Bahnhof. Koffer aus dem Schließfach (zu meiner Begeisterung lagen meine “verlorenen” Bücher auf dem Koffer), ab zum “Bussteig” und nach 10 Minuten saß ich auch schon im Bus nach Tokyo. Der Platz neben mir blieb zum Glück frei, so hatte ich ein bisschen Bewegungsfreiheit und konnte tatsächlich schlafen. Okay ich war alle 45 Minuten wach aber hey. Insgesamt kam ich in dieser Nacht wahrscheinlich ungefähr auf 4,5 Stunden Schlaf. Definitiv besser als nichts.
Montag kam ich um 7:10 am Tokyo Hauptbahnhof an. Flo hatte versprochen mich um 8 Uhr abzuholen und so hab ich geduldig ausgeharrt und ihn 10 vor Acht angerufen und bescheid gesagt so ich stehe. Dachte ich. Ich stand nämlich vor einem Combini und den JR Shinkansen-Bahnsteigen Praktisch dachte ich. Lag aber eindeutig falsch. Es folgte ein ungefähr 40 minütiges Verwirrspiel mit diversen Anrufen. (Es gab natürlich ZWEI Conbinis dieser Kette im Bahnhof...)
8:40 kam Flo dann aber doch auf mich zu. Und hinter ihm ein Japaner. O.o
Yuki heißt der Mensch, ist der “Resident Assistant” in Flos Appartement und hatte Flo angeboten mitzukommen. Dumm nur dass der gute Mann... Junge... (22 Jahre als, jünger als ich... -_-°) gerade ein Praktikum anfing (erster Arbeitstag)und tierisch spät dran war (woran mag das wohl gelegen haben? -_-°). Also hetzten wir munter durch die Gegend. (Ich hab das Gefühl der Tokyo Bahnhof ist so groß wie ganz... Hamburg.)
Rein in eine U-Bahn, wieder raus, umsteigen. Yuki in die eine Bahn (Richtung Arbeit), wir in die andere (Richtung Wohnheim). Ich haße das japanische Bahnsystem. Erstens ist es unglaublich teuer. Und das sage ich, als Berliner...
Zweitens: gibt es vier verschiedene Firmen die Linien haben, für alle musst du unterschiedliche Tickets kaufen. Und manchmal ändert sich der Betreiber der Linie von einer Station zur nächsten OHNE dass du umsteigst. Dann darfst du am Zielbahnhof nachzahlen, sonst kommst du nämlich nicht raus. Ich kann es gar nicht in Worten ausdrücken wie mich das aufregt. Und es gibt auch keine Tages- oder Wochenpässe. Nein... Ich haße Japan. Oder besser: ich haße Tokyo. Obwohl eigentlich nicht. Ich haße nur das Bahnsystem. Tokyo gefällt mir überraschend gut. Viel besser als die letzten zwei Mal die ich hier war. *überrascht*.
Als wir im Wohnheim waren, und sicher in Flos Zimmer gings für mich erstmal unter die Dusche.
Grund für das “sicher”: ich wohne offiziell bei einer gewissen Marie aus Frankreich. Denn: prüde wie die Japaner sind, dürfen nur gleichgeschlechtliche Freunde im selben Zimmer übernachten oder aber der Ehepartner oder die Eltern. Da uns keiner glaubt das wir verheiratet sind und ich definitiv weder seine Mutter noch seine Tochter sein kann, hat Flo kurzerhand das Formular an Marie weitergereicht. Freunde sind ne klasse Sache. *gerührt*
Er hätte ja auch einfach sagen können “Ist mir zu riskant, mach ich nicht.” Denn wenn wir auffliegen... fliegt er raus. Oder kann er rausfliegen. Das liegt wohl im Ermessen der Verwalter. Weiteres Problem: Männer und Frauen wohnen nach Stockwerken getrennt. Ich hab also eigentlich auf dem Flur schon nichts verloren. Also husch ich immer vom Treppenhaus in Appartement, bzw. umgekehrt. Ist lustig. Ich fühl mich wie 12 auf Klassenfahrt, wenn man nach 21 Uhr nicht mehr das Zimmer verlassen durfte und sich zu Freunden geschlichen hat um zu quatschen.
Nach einer Dusche und einer kurzen Pause sind wir mit Marie ein bisschen durch die Gegend gelaufen, auf der Suche nach einem Café. Wir haben auch eins gefunden aber die Preise O.o Ich hab mich dann für Tee entschieden. Weil 850 Yen für einen normalen Cappucchino war mir dann doch zu heftig (ca. 6,53€).
Dann gingen eine gewisse Heike (ja sie ist Deutsche) einsammeln und fuhren nach Harajuku. Die Anderen waren alle noch nie am Meiji-Tempel gewesen. Ich mittlerweile schon dreimal. Und außerdem verstehe ich, als verwöhnter Kyototie, ohnehin nicht was die alle an diesem Tempel finden. Die in Kyoto sind schöner. Genauso wie unser Dialekt (Kansai-Ben) und unsere Männer. *ätsch*
Ähm ja... *räusper* Wie auch immer, um 15:30 hab ich mich verabschiedet und bin raus zur Küste nach Shinkiba, denn:
Dir en grey zum zweiten *yosh*
Dieses Mal wollte ich früher da sein, um noch Merchandise kaufen zu können. (In Japan verkaufen sie es draußen vor der Halle, ab 15 Uhr.)
Nachdem das erfolgreich erledigt war (T-Shirt und Handtuch, insgesamt 6000Yen) saß ich ungefährt anderthalb Stunden am Bahnhof, bevor ich mich 18:30 wieder in Richtung Halle begab. Einlass war 18:15, aber bei meiner Nummer... (2571)
Das Studio Coast ist aber eine coole Halle. Gefällt mir sehr gut. Ich stand hinten rechts (wo ich immer stehe auf Dir en grey Konzerten...) und plötzlich eine Stimme von hinten und ein Finger der mir auf die Schulter tippt.
“Are you a foreigner?”
Sarah denkt: Nein weißt du... Ich sehe bloß so aus, das ist ein neues Make-up, kann man abziehen -_-°
Sarah sagt: “Yes”
Es folgte die übliche Konversation in einer Mischung aus Japanisch und Englisch. Sie waren zu dritt. Zwei Asiaten (Chinesen oder Koreaner, peinlicherweise hab ich es vergessen) und eine Australierin. Und sie wollten nach vorne. Ob ich nicht auch. Naja, also eigentlich ja lieber nicht, weil ich hänge an meinem Leben.
Plötzlich kam Bewegung in die Maße, wahrscheinlich hatten sie vorne noch irgendwas geöffnet oder so keine Ahnung. Ich hörte bloß ein “Come on, it’s going to be fun.”, wurde mitgezogen und stand 7 oder 8 Reihe, relativ weit rechts, vor Die.
Mein Blick: O.O°°°°°
Mein absoluter Horror. Ich, in einer Masse Menschen. Links, rechts, vor und hinter mir. Auf einem Metal-Konzert. Genau im Mop. In dem Bereich der immer am meisten abgeht.
Ich habs überlebt. Ich habe einen Bluterguß am Oberschenkel, meiner Tasche fehlt eine Niete (Ich hatte keine 3 100 Yen Münzen und es gab keinen Wechsel-Automaten) und meine Schultern tun mir immer noch weh, aber ich hab auch eine neue Erfahrung gemacht. Ich habe zwar kein Bedürfnis sie zu wiederholen aber hey...
Man empfindet die Lieder tatsächlich ganz anders wenn man Mitten in der Masse steht, als wenn man eher als Beobachter am Rande am Konzert teilnimmt. Es ist trotzdem nicht mein Fall. Man ist einfach zu sehr... Masse. Grauer Mob. Man ist Teil genau der Menge die man sonst verachtet. Nein Danke. Für mich nicht nochmal Es hat schon Spaß gemacht, aber... naja.
Weitere Nachteile: Man kann die Lichtshow nicht so bewundern wie von hinten, der Sound ist schlechter und: Kaoru fehlte *lol* Peinlicherweise ist mir das erst am Konzertende aufgefallen, als er plötzlich kam und Plektren in die Menge warf. Er steht immer ganz links, und bewegte sich während des Konzertes, im Gegensatz zu Toshiya, da auch nicht weg. Und plötzlich stand er da oben vor mir und ich dachte “Was will der denn?”
Bis mir einfiel: Ach Richtig! Dir en grey bestehen ja aus fünf Mitgliedern, der gehört ja dazu. -_-
Und das nach 8 Jahren und 15 Konzerten. Peinlich!
Ja, soviel zu Kaoru. Zu Toshiya gibt es mehr zu sagen: Irgendwas ist passiert. Etwas gutes. Etwas sehr gutes sogar. Ich hab keine Ahnung was, aber ich finds klasse. Denn: Unser Bassist kann wieder lachen. Und er rennt und springt wieder über die Bühne wie früher. Die Zeiten in denen die fünf nebeneinanderstanden (-saßen, in Shinyas Fall), als stünden sie in separaten Glasskästen scheinen vorbei. Er wirkt wieder glücklich und das find ich klasse. Einmal weil es einfach schön ist zu wissen das es ihm gutgeht und weil wenn Toshiya lacht die Sonne aufgeht. Ist einfach so. War schon immer so, wird auch immer so sein. Das ist echt ansteckend.
Seine Frisur ist allerdings eine Katastrophe. Er hatte sich ja ne Halbglatze rasieren lassen. Das wächst jetzt nach. Eine hälfte Schulterlang, andere Hälfte vielleicht 5 cm oder so. Naja... reden wir nicht drüber. Und er steht auf Schottenröcke. Find ich gut. Steht ihm.
Shinya... trommelte. Klasse wie immer, Zurückhaltend wie immer. Shinya eben. Auf den ist Verlass. Der war schon immer stoisch.
Die sieht endlich nicht mehr so magersüchtig aus und: er stand öfters mal bei Shinya am Drumset. Noch ein Beweis dafür das sich die Stimmung in der Band wohl etwas entspannt hat.
Bleibt noch Kyo... O.o Der Mann war vielleicht gesprächig. Also er hat ja schon in Kyoto für seine Verhältnisse recht viel gesagt, aber hier... wow. Und er war... naja, verspielt würde ich das nicht nennen, aber mir fällt kein anderes Wort ein.
Erst ließ er die Männer brüllen... Dann die Frauen... Und nur solche Sachen.
Vielleicht haben sie die Band auch einfach geklont und das waren gar nicht die Originale. Oder sie haben sie unter Drogen gesetzt... Das war jedenfalls alles echt... schräg.
Mit der einen Asiatin hab ich nach dem Konzert noch schnell Mail-Adressen ausgetauscht und dann ab in die Bahn. Um 22 Uhr hat mich Flo an seinem Bahnhof eingesammelt und ins Wohnheim gebracht. Denn: a) hätte ich den Weg nicht gefunden und b) hab ich auch gar keinen Schlüssel und wäre eh nicht reingekommen.
Flo ist dann noch mit anderen Leuten aus dem Wohnheim hier ins Karaoke gegangen aber ich war platt. 22:30 lag ich im Bett, wollte noch Dorama gucken, aber nach 10 Minuten fielen mir die Augen zu.
Heute morgen bin ich um 7:40 aufgewacht. Wir haben uns gemütlich fertig gemacht und sind dann so um 11 los zu Flos Uni, denn: die Ergebnisse des Placement-Tests wurden bekannt gegeben. Flo war zufrieden. Genauso wie er sich selbst eingeschätzt hat, eigentlich sogar ein bisschen besser.
Auf dem Campus haben wir dann noch eine ehemalige Austausch-Studentin der FU getroffen, die jetzt wieder hier ist. Sie hatte gerade ihre Zulassungsprüfungen für den Master.
Wir haben ihr bis 12:45 Gesellschaft geleistet und sind dann ab nach Harajuku. Wir wollten uns gemütlich in ein Café setzen und ein bisschen lernen aber... Erstmal zu Kiddy Land, denn: Flo wollte Handyanhänger. Das hatte aber ZU. Unglaublich. Ausgerechnet heute hatten sie Inventur. Manchmal ist es wie verhext. Dann ab in einen Second-Hand Shop namens “We Go”. Ich war da schon öfters drinne und in Osaka gibt es auch eine Filiale. Flo braucht nämlich neue Oberteile. Und ich schreibe im Präsens weil er sie immer noch braucht. Ihm hat nämlich nichts gepasst. Zu lange Arme, zu langer Oberkörper. Dünn genug ist er schon, aber zu groß.
Dann die Takeshita hoch, auf der Suche nach einem Café. Wir waren auch erfolgreich. Ungefähr zwei Stunden saßen wir dort und haben gearbeitet. Dann zurück zur Metro-Station Omote-Sando. Auf dem Weg dorthin kamen wir wieder am Kiddy-Land vorbei, dass jetzt auch offen hatte. *yeah*
Zu Flo’s Entsetzen ich dort also rein, ihn im Schlepptau. Ich liebe diesen Laden. Jede Menge süßes, buntes, glitzerndes, plüschiges, absolut sinnloses und wunderbares Zeug!
Ironischerweise habe ich mir nichts gekauft... Aber Flo... Männer. Er wollte ja nur nicht zugeben dass er genauso begeistert war wie ich *muahahaha*
Zwei Dinge die bemerkenswert sind: Erstens: Der Snoopy-Town Shop der früher direkt an der JR-Station Harajuku lag, ist jetzt im dritten Stock von Kiddy Land. Ein Glück. Ich war vielleicht geschockt als ich ihn am Bahnhof nicht gesehen habe.
Zweitens: Es gibt Yoshiki als Hello Kitty. Das bitte jetzt erstmal sacken lassen ja. Ich stand 5 Minuten völlig geschockt da. Und ich habe gerade Gänsehaut. Mir laufen Schauer über den Rücken wenn ich wieder daran denke. (Achja, ähm... Yoshiki ist der Drummer von X Japan)
Ich weiß nicht ob ich das gut oder schlecht finde. X ist ohnehin nur noch ein Witz. Pro Jahr ein Konzert, ein geplantes Europa Konzert das gefühlte 100 Mal abgesagt und verschoben wird, lauter neue “Best Off” Alben (dabei gab es davor schon mindestens 3) auf denen vielleicht ein neuer Song ist und überhaupt. Eigentlich nur noch traurig.
Ich hab auch ein Foto davon gemacht, bzw. Flo. Im nächsten Eintrag werd ich die alle hochladen, momentan bin ich zu müde.
Jedenfalls sind wir dann zurück zu Flos Appartement und während ich hier seit 3 Stunden in die Tasten haue (mit Unterbrechung, zugegeben, aber trotzdem) ist er mit Marie was trinken gegangen.
Ich hab abgesagt, nicht weil ich Marie nicht mag, die ist ganz nett, und sie hat, dankbarerweise, kaum einen französischen Akzent wenn sie Englisch spricht, sondern weil es mir alles zuviel wurde. Zu viele Menschen, zu viel Kontakt und überhaupt, wow.
Ich bin für jede Minute die ich alleine bin dankbar. Ich brauch dass einfach, sonst dreh ich durch. Jetzt fühl ich mich gestärkt für morgen. Meine “Menschen-Ertragungs-Level” sind wieder gefüllt. ^^
Das mit Flo funktioniert dafür aber echt gut. Ich war ja etwas besorgt. Nicht wegen Flo. Sondern wegen mir. Das ich irgendwann genervt bin und gemein werde oder so. Aber nein.
Der Tag heute hat echt Spaß gemacht.
Und: ich trug das gestern gekaufte Dir en grey-Tour-Shirt und hab heute zweimal jemandem mit dem gleichen Shirt gesehen (es gibt insgesamt übrigens 6 verschiedene Tour-Shirts...). Allerdings haben die verblüffter geguckt als ich, eine Ausländerin im aktuellen Tour-shirt zu sehen haben sie womöglich nicht erwartet...
Unglaublich aber wahr: Ich bin fertig.
Hat es jemand bis hierher geschafft? OHNE die Hälfte zu überspringen? Herzlichen Glückwunsch und sorry für die Rechtschreib-Fehler, ich bin zu müde sie zu korrigieren, mach ich morgen.
Mit dem nächsten Eintrag kommen dann auch die Fotos.
Bis dann und gute Nacht (mittlerweile ist es 22:35)
Sarah
15.9.09 16:08


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Regen.Tage

Samstag, 12.09.2009; Kyoto, Appartement; 10:50 Ortszeit
Guten Morgen ^^
Ich bin schon seit 6 Uhr wach und dafür dass ich sonst vor 12 Uhr nicht aus dem Haus komme habe ich heute schon ne Menge erledigt: Gestern kam die Bestätigung das ich in Tokyo in Flos Studentenheim unterkomme, dementsprechend bin ich heute früh um 9:30 Uhr los zum Bahnhof die Bustickets kaufen:
Kyoto - Tokyo am 13.09 um 23:40 Uhr
Tokyo - Kyoto am 20.09 um 22:00 Uhr
Da die Busse über Nacht fahren spare ich so auch nochmal zwei Nächte Hotel... Praktisch. Das ich nach solchen Nächten in Bussen/Zügen/Flugzeugen immer völlig erledigt bin verdränge ich erfolgreich.
Erschreckenderweise fällt mir Deutsch momentan schwer. Obwohl ich ja hier auf Deutsch schreibe und auch mit Zhenya immer Deutsch spreche.
Aber ich denke momentan 50% Japanisch, 40% Englisch und 10% Deutsch, in meinem Kopf herrscht also das totale Chaos.
Das liegt bestimmt an den Mangas und den Doramas -_-°
Aber jetzt zum Wesentlichen:
Außer Bustickets (Die dazu nötige Konversation begann wieder mal mit dem entsetzten Gesichtsausdruck eines Japaners, als er bemerkte dass sein nächster Kunde Ausländer ist, gefolgt von der üblichen Erleichterung... Irgendwann nehme ich mal eine Kamera mit und filme diesen Mimikwechsel...) habe ich bei der Post noch das erste Packet gekauft. Darin befinden sich jetzt 28 Mangas und ich hab das Gefühl es wiegt 20 Kilo. -_-°
Unschönerweise ist auf keiner meiner Karten ein Postamt verzeichnet das sich in akzeptabler Nähe befindet. Also werd ich mich wohl auf die Suche machen müssen. Bis zum Bahnhof schlepp ich das nämlich nicht, das sind ca. 2,5 Kilometer.
Gestern hab ich mehr oder weniger das Gleiche gemacht wie Donnerstag. Ein gemütlicher Spaziergang den Fluss hoch bis zur Sanjo. Dort erst ins Book Off und dann ins Starbucks.
Allerdings: Als ich los bin, bin ich letzten Stufen der Treppe runtergefallen. Als ich unten “ankam” und sah in welchem Winkel mein rechter Fuß abgeknickt war dachte ich ja erst “Jetzt ist alles zu spät, du hast dir den Knöchel gebrochen du Idiot! Und das drei Tage vor Tokyo, bist du bekloppt! Kannst du nicht aufpassen!”
Aber: Tapfer (oder blöd...) wie ich bin, bin ich aufgestanden und weitergelaufen. Der Schmerz kam erst 10 Schritte später, als der Schreck nachließ (ich liebe Adrenalin...).
Offensichtlich war nichts gebrochen oder verstaucht und ich stöckelte glücklich weiter. Das zeigt mir, dass ich eindeutig in Japan angekommen bin. In Deutschland wäre ich umgedreht und hätte mir Turnschuhe angezogen. Hauptsache flach.
Aber nein: Sarah bricht sich fast den Fuß, aber ihre Stöckelschuhe zieht sie nicht aus. Schließlich trug sie ja lila Lidschatten und ein schwarz-lila Shirt. Und die Turnschuhe sind schwarz-rot. Das beisst sich, das geht nicht.
Ja ich weiß, ich bin gestört... Oder manchmal einfach zu sehr Frau...
Ich hatte das alles eigentlich vergessen bis ich heute morgen aufstand und meinen Fuß sah: Rot und Blau und angeschwollen. Sehr unschöner Anblick.. Wenigstens tut es nicht zu sehr weh. Man soll ja auch für Kleinigkeiten dankbar sein (Von wem kommt dieser bescheuerte Spruch eigentlich?)
Während ich im Starbucks saß, meinen Frozen Macha Latte schlürfte und Mangas las fiel mir auf dass es mich viel mehr anstrengt sie auf Japanisch zu lesen als auf Deutsch. Ich brauche für einen deutschen Manga nicht mal eine Stunde, für einen Japanischen mindestens 3, wenn ich ihn überhaupt an einem Stück durchlesen kann.
Nach drei Stunden bin ich dann wieder zurück und war um 15 Uhr zu Hause. Eigentlich wollte ich abends nochmal raus aber ich war so müde. Ich weiß zwar nicht wieso aber ich hab erstmal von 15 bis 17 Uhr geschlafen und war um 22 Uhr schon wieder im Reich der Träume. Könnte daran liegen dass ich, als ich um 17 Uhr wieder zu mir kam, erstmal einen Ausflug zum Supermarkt machte und viel leckeres Essen mitbrachte:
Curry-ramen, Sushi, Okonomiyaki, Gyouza und zum Nachtisch Karamel-Melonpan (Das ist so ein Gepäck aus süßem Teig, super lecker, gibts pur, mit Schoko-Stücken, mit Sahne oder eben mit Karamell.) Und dazu natürlich meinen heißgeliebten Milchkaffee aus dem Tetrapack. Nebenbei lief “Tokyo Ghost Trip” (Ein japanisches Dorama von 2006 und es ist eigentlich eher zweitklassig. Low budget. Aber so lustig *lol* “Gyara de Niku” *prust*. Die ersten 8 Episoden gibts auch mit englischen Untertiteln... Nur so. Falls jemand Interesse hat.) Ich war so glücklich ^^

Da ich schon um 22 Uhr wieder eingeschlafen war, war ich heute um 6 Uhr wach. Geweckt hat mich der Regen. Ein Glück ist es kühler geworden, meine Klimaanlage spinnt nämlich. Mit offenem Fenster brauche ich sie aber nicht. Und da ich im dritten Stock (für die Japaner im vierten, bei ihnen ist unser Erdgeschoss der erste Stock) wohne konnte ich mich überzeugen dass hier nichts und niemand durchs Fenster klettert.
Momentan warte ich darauf das der Trockner fertig wird und um 14 Uhr mach ich mich auf nach Osaka, ich treff mich um 15 Uhr mit Zhenya in Kyoubashi.
Aber irgendwelche obskuren Wandertouren in unbekannte Gebiete/Viertel werd ich heute auf keinen Fall riskieren. (Mein Fuß...) Und da Zhenya (zurecht) Angst vor den hiesigen Mücken hat wird ihr das wohl nur recht sein. (Ich glaub ich hab das schonmal erwähnt, sie reagiert ziemlich allergisch auf die Viehcher. Die müssen irgendein anderes Gift haben als die europäischen Mücken)
Das wars erstmal. Morgen wirds spannend, denn ich weiß nicht so genau wann ich hier auschecken muss. Und: ich hoffe ich kann meinen großen Koffer hier lassen, da ich ja nicht alles mit nach Tokyo schleppen muss. Mein Rucksack würde mir reichen. Ich muss mal schauen ob ich Keiji-san (den “Manager”) irgendwo auftreiben kann.

Alle außer Loki können jetzt aufhören zu lesen...

Thema 1: Myspace: das ist nicht nötig, ich bin schon bei Photobucket. Ich schau mal dass ich den Account öffentlich mache und schreib die Daten dann hier rein, bisher hab ich aber sträflich wenig Fotos gemacht... Verzeihung.
Thema 2: Der Kopf: Mach dir mal keinen Stress. Wenn ich einen finde schreib ich dir erstmal was er kostet und dann kannst du entscheiden ob du ihn willst und das Geld gibst du mir dann in Deutschland. Ich werd nämlich so pleite sein wenn ich wiederkomme, da kann ich Bargeld gut gebrauchen. Wenn du mir das jetzt überweist, heb ich das nachher nur HIER ab ^^°
Thema 3: Guestbook: O.o WTF? *lol* Wo du sowas immer findest... Mir sind die Parodien nicht entgangen, aber... halt mich für bekloppt, ich find das irgendwo doch beängstigend...
-_-°
Thema 4: Yakuza: Musst dir keine Sorgen machen. Ist aber Zhenyas Geschichte, ich war zu dem Zeitpunkt ja nicht mal in Japan. Wenns dich interessiert erzähl ich’s dir wenn ich wieder da bin... Nur im Netz werd ich dazu nichts mehr sagen, es sei denn ich lauf auch einem paar von denen über den Weg. Aber bis auf einen weißen Mercedes mit getönten Scheiben gestern in einer Seitenstraße ist mir nichts “Yakuza-mäßiges” aufgefallen. Und selbst wenn: ich würde vermutlich unauffällig das Weite suchen...
12.9.09 05:43


Zusammen.Fassung

Donnerstag, 10.09.2009; Kyoto, Appartement; 21:53 Ortszeit
Guten Abend und Verzeihung, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.
Obwohl ich das Gefühl habe dass das ohnehin nur Loki aufgefallen ist... Darum hier für sie der (detaillierte) Bericht der letzten Tage. Obwohl nicht sonderlich viel passiert ist.
Samstag und Sonntag war ich in Osaka bei Zhenya. Sind viel spazierengegangen. Trotz der Hitze.
Vor allem am Sonntag. Von Zhenyas Appartement bis zur Osaka Jo-Halle. Eine Konzerthalle direkt am Schloss von Osaka, in der Dir en grey 1999 ein relativ legendäres/bekanntes Konzert gegeben haben. Skandalöserweise hab ich diese Halle bisher nämlich noch nicht besucht. Das haben wir nachgeholt. Danach waren wir allerdings ziemlich erledigt. (Dieser Satz ist ein Kandidat für die Untertreibung des Jahres... Wir waren tot, trifft es wohl besser.)
Montag hab ich die Postkarten abgeschickt und: Triumph: ich habe endlich meinen perfekten Nagellack gefunden. Er ist schwarz und er glitzert. Ich bin so glücklich. Bevor ich nach Deutschland zurück muss werd ich mir wohl noch zwei drei Fläschchen kaufen.
Dienstag und Mittwoch lag ich faul in meinem Appartement und hab japanische Filme geguckt und mich mit Onigiri und Supermarkt-Sushi vollgefuttert und ein paar Kanji geübt. Das klingt jetzt wahrscheinlich für die meisten komisch... Da ist sie in Japan und bleibt zwei Tage zu Hause... Ist sie bescheuert?
Nein ist sie nicht... Für mich war das wie eine Zeitreise zurück in das Jahr das ich hier verbracht habe. Genau dass hab ich nämlich am Wochenende wenn ich nicht in die Schule musste und kein Konzert anstand auch gemacht... Alltag quasi. Ich war also sehr zufrieden.
Und: bitte begeht nicht den Fehler das japanische Supermarkt-Sushi mit den Deutschen zu vergleichen dass es jetzt in einigen Supermärkten gibt (Kaisers etc.). Das Supermarkt-Sushi hier ist in den meisten Fällen besser als das Sushi aus Restaurants in Deutschland. Und billiger. Beispiel: Zwei Thunfisch-Nigiri kosten hier umgerechnet ca. 1,10€, in Deutschland zahlt man mindestens 3,50€...
Heute war ich dann aber wieder unterwegs: Nochmal zum Bahnhof, Geld umtauschen und zum Postamt, denn: Montag hatte ich dort beim Postkarten abschicken mein heißgeliebtes (und mit 20€ auch recht teures) Notizbuch vergessen.
Ich also zum nächsten Mitarbeiter, der, als er merkte dass ich nicht einfach was verschicken will erstmal ziemlich entsetzt guckte. Ich weiß auch was er gedacht hat: “Oh Gott... Sie will was von mir und ich kann kein Englisch. Was wenn ich sie nicht verstehe.” Und dann die Erleichterung als er mitbekam dass ich seine Sprache beherrsche. Japaner sind wirklich putzig. *lol* Und das Beste: Ich hab mein Notizbuch wieder. In Japan geht nichts verloren. Klasse Sache.
Dann zum Book Off (ein gigantischer Second-Hand-Buchladen). Ich muss nämlich meine japanische Manga-Sammlung aufstocken, wenn ich schonmal hier bin.
Bis jetzt hab ich folgende Mangas gekauft: D.Gray-man Vol. 1-11, Replica 1 und Tajomaru.
Fehlen noch “Liar Game”, “Banana Fish”, “Nana” 19-21, “Yasha” und “Eve no Nemuri”.
Ich werd zusehen dass ich sie vor Montag zusammen bekomme, denn: ich werd sie alle nach Deutschland schicken, Bücher wiegen ja eine Ganze Menge und selbst per Schiff wird das wohl einiges kosten.
Zhenya hat mir am Sonntag von ihrem Zusammentreffen mit einigen (zwei) Yakuzas berichtet... Ich war ziemlich geschockt. Mal schauen, vielleicht verarbeite ich dass zu einer Geschichte. Wenn man plötzlich persönlich mit ihnen zu tun hat, sind sie irgendwie nicht mehr so faszinierend...
Seit gestern ist es hier endlich etwas “kühler” geworden. Sprich: man bricht erst nach 100 Metern in Schweiß aus, nicht nach einem.
Langsam aber sicher wird es Herbst und dafür bin ich sehr dankbar. Vor allem am Wochenende war es wirklich unerträglich.
Während ich hier so sitze, schreibe, Kaffee trinke und Zigaretten rauche fällt mir noch etwas auf dass in Deutschland fehlt: Kalter (Milch)Kaffee im Tetrapack. Das ist so geil. Die Literpackung kostet ungefähr 1,20€.
Sowieso ist kalter Kaffee in Deutschland eine Marktlücke. Ein paar Cafes, wie Starbucks und Balzac haben jetzt zwar auch angefangen “iced cafe latte” anzubieten, aber was Japan betrifft hinken wir meilenweit hinterher.
Zum Wandern bin ich irgendwie nicht gekommen. O.o
Ich hoffe Samstag wird das mal was, jetzt wo das Wetter erträglicher ist... Zhenya wollte ja eigentlich mitkommen, aber da sie auf die Mückenstiche hier ganz ganz böse allergisch reagiert lässt sie das jetzt bleiben.
Das wars erstmal. Vielleicht nehm ich meinen Laptop morgen mit und meld mich mal vom Fluss aus... Oder vom Starbucks an der Sanjo. Die haben nämlich eine Terasse die einen Klasse Blick auf den Fluss und die Sanjo-Brücke bietet, da ist immer was los. Heute war ein Kamerateam da, aber für was sie gedreht haben... keine Ahnung.
Bis die Tage

Loki: Danke für die Kommentare... Es tut so gut Feedback zu bekommen... Manchmal hab ich nämlich das Gefühl das hier liest sowieso niemand und ich könnte es auch lassen...
10.9.09 15:27


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